JND- Geistliche Lieder (engl.) Vorwort von 1881


indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade (Kol 3,15)


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Da eine neue Ausgabe dieses Liederbuchs erforderlich war, wurde der jetzige Herausgeber vom Verleger gebeten, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Natürlich muss die Verantwortung für den neuen Inhalt und die Form bei ihm liegen; aber da es für alle gedacht war, beriet er sich mit Brüdern an verschiedenen Orten, mit denen er verbunden war und von denen er dachte, dass sie bei der Arbeit helfen könnten - eine Arbeit, die viel schwieriger ist, als sich diejenigen vorstellen können, die sie nie unternommen haben. Drei Dinge sind für ein Gesangbuch nötig. Eine Grundlage von Wahrheit und gesunder Lehre. Wenigstens etwas vom Geist der Dichtung, wenn auch nicht die Dichtung selbst, die verwerflich ist, da sie nur der Geist und die Phantasie des Menschen ist; und drittens, was am schwierigsten zu finden ist, jene erfahrene Bekanntschaft mit der Wahrheit in den Gefühlen, die einen Menschen befähigt, sein Lied (wenn er von Gott dazu geführt wird, eines zu verfassen) zum Träger praktischer Gnade und Wahrheit zu machen, die die Seele in Gemeinschaft mit Christus setzt und sogar zum Vater aufsteigt, und zwar in einer solchen Art und Weise, dass es nicht nur eine individuelle Erfahrung ist (die für den Versammlungsgottesdienst fehl am Platz ist). Mit einem Wort, die Liebe des Vaters, die Zuneigungen in der Seele für Christus, steigen im Lobpreis wieder zurück zu ihrer Quelle. Gott allein kann dies so geben, dass es den Bedürfnissen einer Versammlung entspricht. Wie das Versammlungsgebet darf es sich nicht zu sehr über den Zustand der Versammlung erheben, muss aber zu Gott hinaufreichen und die Zuneigung der Versammlung zu Ihm erheben, so dass das, was Er in der Gnade ist, die sich in den Zuneigungen der Seele entwickelt hat, gemeinsam verkündigt wird. Es ist kein bloßes Wollen - das wäre ein Lied für ein Gebetstreffen. Es ist von einer Wahrheitsgrundlage gesprochen worden, oder, um richtiger zu sprechen, von der Wahrheit; diese ist offensichtlich grundsätzlich notwendig, aber es ist noch viel mehr. Auf dieser Wahrheit basiert ein großer Bereich von biblischen Gedanken, Gefühlen, Erfahrungen und Hoffnungen, in denen sich die Seele bewegt und die alle biblisch sein müssen. Nun gibt es in einer großen Anzahl von LIedern echte Frömmigkeit in den Zuneigungen, aber verbunden mit Aussagen, die vielleicht keine große Grundwahrheit berühren, aber unbiblisch sind, und so sind die besten Zuneigungen mit unbiblischen Gedanken verbunden, und das ist eine sehr reale Verletzung der Seele. Nehmen wir zum Beispiel die Ungewissheit über die Errettung, das Fehlen des Geistes der Sohnschaft, die strahlende Hoffnung, in der Herrlichkeit zu sein, wenn wir sterben; dies sind nur Beispiele, denn es trifft auf sehr viele Punkte zu. Menschen sind sehr zornig, wenn sie eine Lied verlieren, das ihre Frömmigkeit genossen hat, das aber ihre Hoffnungen und Zuneigungen mit etwas verbunden hat, was nicht biblisch ist. Viele solche sind bisher aus der Sammlung entfernt worden, aber es blieb noch etwas zu tun. Die Lieder sollten einfach sein, voll Christus und der Liebe des Vaters, ungekünstelt und in gewissem Maße erhoben, um nicht nur bloße Prosa zu sein. Der Singende muss da sein, aber der Singende muss in seinen Gedanken mit dem von oben erfüllt sein, mit Gott verbunden, aber so, dass er sich nicht individualisiert und die Versammlung hinter sich lässt. Viele der schönsten Lieder sind zu individuell, zu sehr auf Erfahrungen gegründet, um von einer Versammlung gesungen zu werden. In dieser Sammlung ist deshalb ein Anhang beigefügt, in dem es zwar schöne Lieder gibt, die aber weniger im Kontext von Versammlung benutzt werden sollten. Wo es möglich ist, stehen die Lieder für die Versammlung im Plural. Es gibt Lieder, die für Gebetsversammlungen, Hausandachten und sogar für das Evangelium geeignet sind, obwohl dort die Schwierigkeit sehr groß ist. Man würde nämlich die Leute dazu bringen, so zu singen, als hätten sie bestimmte Gefühle, und dann predigt man ihnen, eben gerade weil sie solche Gefühle nicht haben. Aber in der wirklichen Christenheit sind die Dinge nicht so scharf definiert, und es gibt verborgene Seelen und verborgene Bedürfnisse, die das Lied zum Ausdruck bringen kann und eine Seele befreien oder sie die Liebe Gottes manchmal wirksamer begreifen lassen kann als eine Predigt; dennoch besteht eine sehr große Gefahr einer weit verbreiteten Täuschung und eines losen Verständnisses von Sünde und Gnade, und die Schwierigkeit ist sehr real. Man findet oft die lautesten Sänger dort, wo das Gewissen am wenigsten erreicht wird. ------------------

Schließlich wird hinzugefügt, was vielleicht zuerst hätte kommen sollen: Das große Prinzip bei der Auswahl und Korrektur war, dass es in den Liedern für die Versammlung nichts anderes geben sollte als das, was Ausdruck der bewussten Stellung des Christen in Christus vor dem Vater war oder zumindest damit übereinstimmte.

Der Leser wird freundlicherweise anmerken, dass es Änderungen gibt, die durch das Einsetzen von "wir" für "ich" notwendig wurden, wozu es sonst keinen Anlass gegeben hätte.

Das Buch wird Dem empfohlen, Der allein Gesänge in der Nacht geben kann, im Vertrauen darauf, dass ein Liederbuch, das dem Herausgeber bereits bestens bekannt ist, den Brüdern noch nützlicher sein wird- die sicher sind, dass der Geist, Der allein ein echtes Lied schreiben kann, es auch allein befähigen kann, dass es recht gesungen wird.



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